31. Dezember

Den größten Teil des Tages verbringen wir mit lesen, da es quasi durchregnet. Am Nachmittag geht es in die Stadt zur öffentlichen Bücherei, wo man kostenlos das Internet nutzen können soll. Leider Fehlanzeige, nur noch für Mitglieder mit Ausweis. Deshalb müssen wir doch in ein Internetcafe gehen, dass man bezahlen muss.

Nach einem frisch gepressten Saft für die Mädels und einem Milchshake für Michèl geht es mit dem Bus zurück zum Campingplatz. Die Mädels können sich nicht entscheiden, ob zur Silvester-Party feste Schuhe und Jack Wolfskin Jacke mitzunehmen bzw. anzuziehen sind. Es dauert auch nur eine halbe Stunde, dann können wir den Bus wieder in die Stadt nehmen.

Noch nicht richtig ausgestiegen sehen wir auch schon wieder den nächsten Schauer auf uns zukommen. Die erste Dusche für heute Abend. Wie schon der ganze Tag so unbeständig war, sollte dann auch die Nacht werden. Immer wieder kurze Regenschauer.

Um 9 p.m. gibt es das erste Feuerwerk, das wir von der Promenade aus betrachten. Die letzten drei Stunden des Jahres verbringen wir mit tausenden anderen Leuten bei Livemusik in der Lagune in Brisbane. Pünktlich, wie überall auf der Welt wird auch hier um 0.00 Uhr das neue Jahr mit einem gigantischen Feuerwerk begrüßt.

Anschliessend nach einem Irrlauf durch die Strassen von Brisbane (alle Busstationen haben sich für die Nacht geändert) finden wir endlich die richtige Haltestelle. Am WoMo angekommen fallen wir erschöpft ins Bett.

01. Januar

Nach einer kurzen Nacht machen wir uns auf nach Byron Bay. Das Meer mit seinen hohen Wellen zieht uns direkt in seinen Bann. Wir beschliessen einen ausgiebigen Strandspaziergang bei dem Franzi und Siri sich selbstmörderisch in die Wellen stürzen.

Im Anschluss laufen wir noch etwas durch die Stadt, wo wir zu Mittag essen. Danach geht es zum Leuchtturm, von dem aus man einen herrlichen Blick über die riesigen Strände hat, die von türkisem Wasser eingefasst sind. Nach einem kurzen Spaziergang, bei dem wir fast abheben (Franzi ist inzwischen umgekehrt, weil sie Angst hat nass zu werden) erreichen Michèl und Siri den östlichsten Punkt des Festlandes Australiens.

Am Nachmittag fahren wir nach Iluka. Ein kleiner Ort, den wir empfohlen bekommen haben zum übernachten. Am Hafen können wir für die Nacht stehen bleiben. Dort gibt es einen Imbiss, an dem wir Fish and Chips kaufen und verspeisen.

02. Januar

Am Morgen fahren wir nach Glen Innes, wo wir die "Australian Standing Stones" besichtigen. Diese wurden als Abbild von Stonehenge als Gedenken an die Nachfahren der eingewanderten Kelten errichtet. Wir bleiben jedoch nicht lange, da wir hier von Mücken aufgefressen werden.

Unsere Route führt uns weiter nach Hillgrove, einer Geisterstadt, wir müssen jedoch feststellen, dass sie irgendwie doch nicht geistert und noch sehr bewohnt ist. Hier legen wir ein Päuschen ein und stärken uns erst mal. Leider hat das Museum ausgerechnet Mittwochs geschlossen.

Also fahren wir ein Stück auf unserer Route zurück nach Armidale, weil dort weit und breit die einzigste Tankstelle ist und unsere Tanklampe schon leuchtet. Bei der Gelegenheit gehen wir auch gleich zum Supermarkt um unseren Kühlschrank zu füllen. Im Tourist Information Center erhalten wir noch eine Straßenkarte, auf der der Waterfall Way verzeichnet ist. Entlang dieser Straße gibt es mehrere Wasserfälle, sie führt wieder an die Küste. Schnell ist beschlossen, an die Küste wollen wir sowieso wieder, also nehmen wir doch diesen Weg.

Auf der Fahrt zum ersten Wasserfall erhalten wir dann auch eine neue Kühlerfigur. Siri hat es mal wieder geschafft. Jetzt haben wir kein Kängurufell mehr an der Heckscheibe, sondern einen Vogel im Grill. Naja, der begleitet uns auch noch ne ganze Weile. Siri: "Das hat mal ganz schön gefedert hinten raus."

Bis zu unserem Nachtlager besichtigen wir drei Wasserfälle, welche sich tief in Schluchten stürzen. In Ebor, einem kleinen Ort übernachten wir.

03. Januar

Direkt nach dem Aufstehen fahren wir los. Auf der Suche nach einem Rastplatz mit Wasseranschluss. Denn bevor wir heute morgen frühstücken können, müssen wir zuerst spülen, da wir kein sauberes Geschirr mehr haben. Jedoch ist bald ein nettes Plätzchen gefunden, wo wir unser Tagewerk beginnen können. Wir backen uns Brötchen auf, welche wir in Armidale beim Bäcker erstanden haben.

Den ganzen Tag sind wir unterwegs, überwiegend auf dem Highway, wo man in Australien übrigens auch mal nen Fahrradfahrer überholt! Am frühen Abend ca. 500 km die Küste runter und mit schmerzendem Po kommen wir endlich in Gosford an. Hier übernachten wir auf einem Campingplatz. Die lang ersehnte Dusche wartet schon auf uns. Nach dem Abendessen mit Hühnchenbrust, Reis und Soße lesen wir noch etwas.

04. Januar

Wir beschließen sofort nach Sydney aufzubrechen. Dort haben wir zwei bis drei Tage eingeplant. Gesagt, getan, fahren wir nach einem gemütlichen Frühstück los. Unser Ziel ist ein Campingplatz, der nächste am Stadtzentrum. Als wir dort ankommen, stellt sich heraus, dass es hier keinen Campingplatz gibt. Wir lassen uns vom Navi zu einem anderen Campingplatz lotsen, doch wir haben wieder kein Glück - wir finden zwar den Tourist Beach Park, jedoch keine Einfahrt, wo man mit dem Wohnmobil rein fahren könnte. Beim dritten Versuch finden wir endlich einen Campingplatz, der auch ein sehr teures Plätzchen mit Strom für uns hat - direkt unter der Einflugschneise des Flughafens, wie wir bald feststellen.

Zum Mittagessen macht Michèl uns Apfelpfannkuchen (für sich welche ohne Äpfel). Pünktlich um 13.00 Uhr, als wir mit dem Essen anfangen, beschliesst jemand vom Campingplatz, dass jetzt der Rasen um unseren Platz zu mähen ist - super Idee!

Jetzt brechen wir auf ins Städtchen. Nach einem ca. 20 min Fußmarsch erreichen wir die Bahnstation. Von dort fahren wir mit der City Rail, einer Art S-Bahn ins Stadtzentrum (Martins Place). Dort angekommen gehen wir durch den Royal Botanic Garden bis zur Oper und der Harbour Bridge. Wir umrunden die Oper zunächst von unten, danach erklimmen wir über die Treppe die obere Ebene. Hier haben wir einen tollen Blick auf die Harbour Bridge.

Gespannt, wie die Oper von dort oben aussieht und in der Annahme, dass man von der anderen Seite aus die Harbour Bridge und die Oper im Hintergrund fotografieren kann, wagen wir die mehrstündige Tour über die Brücke. Der Blick auf die Oper und die Skyline ist tatsächlich grandios. Dafür ist es ziemlich windig hier oben. Wir beobachten einige wagemutige, die bei einem Bridge Climb mitmachen. In grauen Anzügen wandern sie in kleinen Gruppen auf den verschiedensten Ebenen, bis auf den obersten Bogen. Für fast 300 A$ hätten wir Nachts auch an einer solchen Tour teilnehmen können, das war uns jedoch zu teuer.

Da es langsam spät wird und den Mädels die Füße weh tun, spazieren wir auf der anderen Seite der Harbour Bridge doch nicht so weit, dass man beides (Oper und Brücke) aufs Foto bekommt, sondern machen uns bald wieder auf den Rückweg. Am Circular Quay nehmen wir dann die City Rail wieder zurück zum Campingplatz.

05. Januar

Den halben Morgen verbringen wir im Internetcafe, um unsere Seite (Tagebuch, Bilder, usw.) mal wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Gegen Mittag erstehen wir ein Daytripper-Ticket, mit dem wir alle öffentlichen Züge, Busse und Fähren nehmen können. Dann gehts wieder auf ins Städtchen.

Wir steigen bei China Town ums Eckchen aus und beschließen bald darauf (eigentlich ist es Franzi's Wunsch) den Chinesischen Garten zu besichtigen. Dieser kostet zwar 6 A$ pro Person, ist jedoch wunderschön und - wie wir später erfahren - der größte chinesische Garten ausserhalb Chinas.

Gegen 16.00 Uhr haben wir alle Hunger. Auf der Suche nach einem gemütlichen Steak House landen wir im Stadtteil "The Rocks" bei Phillis Foots. Hier können wir uns unsere Steaks selbst aussuchen, grillen und uns anschliessen an der Salattheke bedienen. Das Essen schmeckt einfach köstlich, so gut, dass wir uns alle drei überfressen.

Nun nutzen wir diverse Fähren, um doch noch dort hin zu gelangen, wo wir Harbour Bridge mit Oper im Hintergrund sehen können. Unser Versuch das Ganze noch umgekehrt zu fotografieren scheitert zunächst, da keine entsprechende Fähre mehr fährt. Deshalb wandern wir zu Fuß durch den Royal Botanic Garden, wo wir dann auch einen tollen Platz zum Fotografieren finden. Auf der Jagt nach einem tollen Foto bleiben wir bis spät in die Nacht, um die Oper, die Brücke und die Skyline beleuchtet bei Nacht zu erleben.

Auf dem Rückweg zur nächsten City Rail kommen wir an zwei riesigen Open Air Konzerten vorbei - es findet momentan das City Festival 2008 statt. Todmüde fallen wir in die Federn.

06. Januar

Am Morgen fahren wir vom Campingplatz los, mit dem WoMo quer durch Sydneys Innenstadt, nach Bondi Beach, dem Strand schlechthin in Sydney. Trotz wechselhaftem Wetter wagen wir einen Strandspaziergang. Anschliessend machen wir uns auf die Suche nach einer Post um Briefmarken zu kaufen, jedoch hat diese sonntags geschlossen, hätten wir uns ja auch denken können.

Auf dem Rückweg zum WoMo entdecken wir dann auch die Bushaltestelle, an der der rote Sightseeing Bus abfährt, welchen wir heute Vormittag nehmen möchten. Wir parken das WoMo noch um, da wir hier nur eine halbe Stunde parken dürfen. Die Suche nach einem geeigneten Parkplatz fällt jedoch schwer. Wir landen auf einem Vier-Stunden-Parkplatz, der uns 18 A$ kostet. Nun kann die Stadtrundfahrt beginnen.

In "The Rocks" steigen wir noch einmal aus um uns T-Shirts zu kaufen. 40 min später steigen wir wieder zu und vollenden die Rundfahrt. Wieder in Bondi Beach angelangt geht die Reise gleich weiter. Nächstes Ziel sind die Blue Mountains.

Wir fahren Katoomba an, auf der Suche nach einem Campingplatz. Am Visitor Information Center, welches geschlossen hat, weil wir mal wieder zu spät dran sind, entdecken wir jedoch direkt einen Aussichtspunkt, von dem aus man die "Three Sisters" sehen kann. Schnell ein paar Fotos und auf zum Campingplatz. Dieser ist jedoch voll und wir müssen weiter ziehen. In Blackheath bekommen wir dann noch einen freien Platz. Da unsere Vorräte mal wieder ausgehen, kaufen wir noch im Ort ein.

Zum Sonnenuntergang fahren wir zu einem Aussichtspunkt hier im Ort um noch ein paar Fotos zu schießen. Hier laufen wir einen kleinen Pfad entlang zu einer unteren Plattform, welcher sich als sehr feucht und matschig entpuppt.