07. Januar

Nach einem späten, gemütlichen Frühstück gehen Michèl und Franzi zum Visitor Information Center um sich nähere Infos zu den Wanderungen und den Sehenswürdigkeiten zu holen. Wir planen die nächsten zwei Tage und beschliessen heute noch zu den Jenolan Caves zu fahren und uns dort ein bis zwei von über 300 Tropfsteinhölen anzuschauen.

Zuerst trauen sich die Mädels nicht an die schweren Höhlen ran und möchten zuerst eine Mittlere und wenn die schaffbar ist noch eine Schwere. Michèl kann die zwei jedoch noch überzeugen zuerst eine Schwere und anschliessend eine Mittlere zu machen (für die schwere gab es leider nur recht bald noch einen Termin).

So wagen wir uns zuerst in die "River Cave", die Höhle mit den meisten Stufen. Das Höhlensystem ist über mehrere Ebenen verteilt und die Tour führen uns nicht nur in eine bestimmte Höhle, sondern durch verschiedene Gänge auf und ab in diverse Höhlen, in denen wir nicht nur Stalagmiten und Stalagtiten in verschiedenen Farben sehen, sondern auch "Flow Stone", ein Stein, der entstanden ist durch zu schnell tropfendes Wasser und diverse "Schaale", die schwungvoll von der Decke hängen. Quarz gibt manchen Stellen einen wundervollen Glitzer. In dieser ersten Höhle sehen wir noch einen Fluss, der so eine glatte Oberfläche hat, dass sich die angestrahlte Höhlendecke darin spiegelt. Wenn das Wasser selbst angestrahlt wird, hat der Fluss herrliche blau- und türkistöne.

Die erste Tour ist nach zwei Stunden beendet und wir warten gespannt auf die zweite Tour, die eine halbe Stunde später beginnt. Die Höhlen sind laut unserem Guide die schönsten und tatsächlich können wir hier im "Orient Cave" herrlich grosse Tropfsteinformationen entdecken. Die Zwischengänge sind hier um einiges enger. Das bedeutet, es ist schwieriger zu fotografieren und eine geeignete Stelle für das Stativ zu finden, denn ohne Stativ gibt es keine scharfen Bilder ohne Blitz. Und mit Blitz möchten wir nicht fotografieren, da ansonsten die tollen Farben verfälscht werden. Fasziniert, aber erschöpft von den Höhlen (Michèl wollte gleich noch eine besichtigen) verlassen wir auch die zweite Höhle.

Auf dem Heimweg machen wir noch einen Abstecher zum Lookout und den "Three Sisters" um schöne Bilder beim Sonnenuntergang zu machen. Außerdem decken wir uns noch mit Gemüse und Fleisch für das BBQ ein. Dieses bereiten wir auch gleich am Campingplatz angekommen zu. Da wir mit Hunger beim Einkaufen waren, ist es viel zu viel und so gabeln Michèl und Siri noch zwei deutsche Mädels auf, die sich während dem Grillen über den leckeren Geruch ausgelassen haben.

Mit den zweien quatschen wir noch bis tief in die Nacht über unsere Urlaubserlebnisse. Während dessen vergessen wir ganz unsere Wäsche, die wir während dem Grillen gewaschen haben. Darum müssen wir noch zu später Stunde den Trockner (verbotenerweise, da eigentlich nur bis 20.00 Uhr) anwerfen und bis um 24.00 Uhr warten, bis dieser fertig ist.

08. Januar

Müde, aber rigoros stehen wir um 6.30 Uhr auf, da wir eine Wanderung durch den Grand Canyon geplant haben und wir diese nicht bei der großen Hitze machen möchten. Und das ganz umsonst, wie wir zuerst denken, da wir noch von dickem Nebel eingehüllt sind. Trotzdem fahren wir zum Ausgangspunkt der Tour und wandern - jeder mit zwei Litern Wasser im Gepäck - los.

Am Anfang führt uns der Rundweg über viele Stufen hinunter ins Tal. Dort wandern wir dann bergauf und bergab an einem kleinen Gebirgsbach entlang immer tiefer in den Canyon. Die Landschaft ist wunderschön, obwohl sich der Nebel hartnäckig hält. Anstrengend sind die vielen Stufen, die wir am Ende wieder nach oben zu unserem Auto müssen. Letztenendes sind wir jedoch froh um den Nebel, da wir dadurch die ganze Tour in angenehmer Temperatur wandern konnten.

Als wir zurück am WoMo sind hat sich ein Grossteil des Nebels verzogen. Nun können wir uns den Canyon auch noch von oben anschauen. Bei einer Mittagspause am Campingplatz entspannen wir unsere Beine. Anschliessen gehts gleich weiter im Programm - der Zig Zag Railway.

Nach einer guten halben Stunde Fahrt erreichen wir den Bahnhof, erstehen drei Tickets und bald darauf kommt auch schon der Zug - eine alte Dampflock mit drei Waggons. Durch den ein oder anderen Tunnel, über mehrere Brücken schlängelt sich der Zug durch die wunderbare Landschaft. Bald erreichen wir den Punkt, von dem der Zug seinen Namen hat. Die Lock wird abgekuppelt, die Weichen gestellt und auf der anderen Seite wieder angekoppelt. Nun geht es nach einem Zig Zag in die andere Richtung weiter den Berg runter. Doch schon bald sind wir unten angekommen und schon geht die Fahrt wieder zurück nach oben. Der Name und die Beschreibung und auch der Zug locken viele Leute, vor allem Familien mit Kindern, doch im Grossen und Ganzen handelt es sich hier um eine reine touristische Attraktion - der Zug ist länger mit ab- und ankuppeln beschäftigt, als mit fahren.

Zurück am Campingplatz gönnen wir uns eine ausgiebige Dusche um den Schweiss von der Wanderung und die Asche von der Zugfahrt los zu werden. Nach dem Abendessen beobachten wir wie im "Live-Kino" wie unsere eben angreisten französichen Nachbarn bei ihrem Versuch ein Drei-Mann-Iglu-Zelt aufzubauen und gehen anschliessend mal wieder früh ins Bett.

09. Januar

Nach den Frühstück, einer Dusche und dem obligatorischen Zusammenpacken (WoMo fahrtüchtig gestalten) brechen wir zu den Wendworth Falls auf. Dort soll man mit einer Dusche unter den Wasserfällen belohnt werden, wenn man die unzähligen Stufen hinter läuft. Da aber wieder einmal, wie in den Bergen üblich, am Morgen die Sonne noch hinter den Wolken kämpft ist es etwas frisch. Wir laufen also nicht alle Stufen bis ganz nach unten, haben aber dennoch einen herlichen Blick auf den Wasserfall.

Nach den Anfangsschwierigkeiten, die steilste Eisenbahn (52 % Gefälle) der Welt zu finden, glückt der zweite Versuch mit Michèl's Hilfe. Nachdem eine Fahrt ins Tal nur 19,00 A$ kostet ist die Entscheidung schnell gefallen. Nach Fish & Chips erwerben wir die Tickets und schon geht es los. Die Sitze ähneln eher einer Liegebank und dennoch müssen wir uns bei der Talfahrt auf den Knien abstützten um nicht vorn über zu fallen. Zu schnell ist die Talstation erreicht. Über Holzstege wandeln wir auf den Spuren der Kohle-Bergarbeiter durch den Regenwald im Tal. Die Bergfahrt bestreiten wir mit einer Seilbahn (Made in Switzerland).

Nach einem Erfrischungseis fahren wir aus den Blue Mountains herraus. Vorbei an Sydney und Canberra übernachten wir am Strassenrand.

10. Januar

Nach dem Früstück bibbert Siri am Lenkrad, der Bordcomputer piepst ständig, da Franzi an der letzten Tankstelle (mit viertel vollem Tank) nicht Tanken wollte und der Tank nun so gut wie leer ist. In unseren 70 l-Tank füllen wir am Ende schliesslich 77,5 l Diesel.

Danach kann die Fahrt guten Gewissens weiter gehen. In Lake Entrance versuchen wir ein bezahlbares Internet-Cafe zu finden, jedoch ohne Erfolg. Dafür bietet das Meer eine tolle Brandung in der wir uns beim Wellenreiten erfrischen.

Gegen Nachmittag fahren wir weiter mit dem Ziel Tidal River, werden es aber nicht erreichen können und beschliessen eine Nacht am Hafen in Port Albert zu verbringen. Nach dem der Reis bereits im Topf ist stellen wir entsetzt fest, das wir keinen Strom mehr haben (trotz der langen Fahrstrecke). Gott sei Dank gibt es in Port Albert auch einen Camping-Platz bei dem wir auch um 20.00 Uhr (Office closed) noch einen Platz mit Strom kriegen. Aber auch mit externem Strom bleibt der Kühlschrank stumm und lauwarm. Dank der grosszügigen Hilfsbereitschaft der Ausies können wir die frisch erworbenen Lebensmittel wo anders lagern. Gekocht wird also mit der Taschenlampe.

Leider ist die 24h-Maui-Hotline nur von 7.00 bis 18.00 Uhr besetzt. Wir könnten eine Nachricht hinterlassen aber wo soll die uns Anrufen?

11. Januar

Der Tag berinnt mit einem Telefonat. Michèl konnte die halbe Nacht vor Gedanken an dieses Telefonat nicht schlafen. Die freundlichen Mitarbeiter meinen wir sollen einen Auto-Elektriker aufsuchen, dieser soll einfach den Schaden beheben und das mit der Rechnung würde sich dann auch klären.

Leider haben Beide in Yarram keine Zeit für uns. So landen wir schließlich beim Landmaschienen-Mechaniker, der den Fehler nach einer Stunde Arbeit findet ihn aber nicht beheben kann. Nach einem weiteren Telefonat mit Maui versuchen die (angeblich) einen Elektroniker aufzutreiben der den Schaden beheben kann, was nur ein kleiner Umweg wäre. Das Glück ist uns aber nicht hold, die Reparatur kann nur in Melbourn gemacht werden welches wir erst in 2 oder 3 Tagen erreichen. Deshalb erwerben wir eine Menge Eis um die Wurst und die Milch zu kühlen.

Endlich kann es gegen Mittag weiter gehen. Der Wilsons Promotory National Park verspricht kleine Buchten, Sanddünen und eine tolle Landschaft. Leider sind alle Plätze für diese Nacht schon ausgebucht, so das wir nur ein Tagestickes bekommen. Bei der Whisky Bay angekommen steigen wir aus zum Schwimmen, ein Schild am Strand weist freundlich darauf hin, dass das Baden am Norman Beach wesentlich sicherer sei und dort auch Liveguards patrouillieren. Die doch großen Wellen lassen aus dem Bad einen Strandspaziergang werden.

Zurück am WoMo versuchen wir bei der Touristen-Info in Tidal River noch einen Platz füpr die Nacht zu buchen, erfahren dort, dass es erst Morgen was gibt weil zur Zeit ein internationales Treffen von weiss Gott wem stattfindet und die alles ausgebucht haben. Für Siri und Michèl bietet der Norman Beach eine tolle Abkühlung, Franzi findet das Wasser aber zu frisch.

Nach einer kurzen Dusche bei den öffentlichen Annehmlichkeiten (Amenities) warten wir mit dem Abendessen bei Normans Lookout auf den Sonnenuntergang den man hier ganz toll fotografieren können soll. Danach müssen wir den Park verlassen und bleiben wieder irgendwo in Australien stehen um zu nächtigen.

12. Januar

Am Morgen fahren wir noch einmal in den Park um eine Wanderung zu machen, der Lilly Pilly Gully hört sich sehr gut an. Unter schattigen Bäumen soll man Kängurus, Wollebies und viele Vögel sehen. Auf dem schattigen Weg entdecken wir viele Schmetterlinge auch ein Känguru flüchtet vor uns.

Ab und zu hört man auch einen dumpfen Knall, als würde eine Kokosnuss auf den Boden fallen; da es aber weit und breit keine Palme gibt müssen es wohl Koalabären sein die sich nicht mehr halten können...

Zurück am Parkplatz überlegen wir dann kurz ob wir den südlichsten Punkt Australiens ansteuer sollen. Da es aber schon 12.00 Uhr ist und der Weg etwa 10 km durch uns unbekanntes Gelände führt entscheiden wir die Mittagshitze lieber zum fahren zu nutzen und steuern Richtung Philipps Island.

Dort angekommen schauen wir uns ausserplanmässig die örtliche Schokoladenfabrik an, Siri hat noch nie eine gesehen und das Schild "Free Samples" verspricht einen himmlichen Genuss. Viel zu sehen gibt es dort jedoch nicht. 2 Leute füllen Schoko in Formen. Die kostenlosen Probiestücke entdecken wir auch nicht.

Dafür entdecken wir aber einige Koalabären in den Bäumen im Koala-Center. Einer ist sogar richtig aktiv und kletter von einem Ast auf einen Baum. Aber weiter hat er es dann in einer Stunde auch nicht geschafft. 20 Stunden schlaf erfordert auch viel Schlaf am Tag, da kann ein Koala auch nicht weit laufen. Alle anderen die wir entdecken schafen und das in den skurielsten Stellungen.

Im Anschluss daran besuchen wir Australiens größte Robbenkolonie. Die ca. 100 Tiere haben sich gut versteckt, sehen tun wir keine. Entschädigung gibt es aber in Form von riesen Wellen die gegen die Küste brechen und in gigantischen Fontänen in den Himmle schiessen.

In der Dämmerung machen wir uns auf zur Pinguin-Parade. Die kommen wie auf Bestellung zu tausenden aus dem Meer um ihre Nachtlager und Brutstätten zu erreichen. In wenigen Metern Entfernung watscheln die Pinguiene an uns vorbei.

13. Januar

Zum Früstücken fahren wir an einen Parkplatz mit Toilette. Nach der Stärkung mit anschliessender Morgentoilette fahren wir nach Melbourne.

Hier suchen wir zuerst die Maui-Station auf, wo unser Camper wieder in Schuss gebracht wird. Anschliessend gestaltet sich die Camping-Platzsuche als schwierig, denn alle Plätze die wir anfahren, existieren entweder nicht mehr oder sehen aus wie die letzte Bruchbude. Letztendliche landen wir auf einen *****-Big4-Campingplatz mit Pool, Sauna und Spa - teuerer Spass natürlichen.

Nach dem wir unseren Platz bezogen haben, stärken wir uns noch einmal und fahren dann mit dem Bus in die Stadt. Hier besuchen wir das "Old Melbourne Gaol", wo wir Zellen, Totenmasken und einen Galgen besichtigen können. Außerdem belesen wir uns zu den Geschichten der ehemaligen Insassen.

Im Wachhaus bekommen wir eine Führung durch Mehr-Manns-Zellen und erfahren am eigenen Leib wie es sich anfühlt mit ca. 15 wildfremden Leuten in einer kleinen Zellen eingesperrt zu werden. Hier müssen wir dann eine Weile zum Teil im dunkeln ausharren.

Nach der Gefängnistour bummeln wir noch etwas durch die Satdt auf der Suchen nach neuen Sandalen für Michèl, denn seine Alten den Geist aufgegeben haben. Leider haben wir kein Glück. Zurück am Campingplatz lassen wir den Abend ruhig ausklingen.