Mo 04.08.2014

Um 7 klingelt der Wecker – mit QuickStop müssen wir um 10 Uhr vom Campingplatz sein! Wir sind schnell und schaffen es schon um 9. Schloss und Kloster in Vadstena machen leider erst um 11 auf. Wir entschließen uns gleich weiter nach Linköping zu fahren und das dortige Schloss (Ekenäs slott) zu besichtigen. Vor Ort müssen wir leider feststellen, dass dieses ausgerechnet montags geschlossen ist. Für das Freilichtmuseum in Linköping sind wir ebenfalls zu früh (10 Uhr, öffnet um 11) so erkunden wir die Sträßchen erst mal so und erleben später noch den „Banküberfall“, wo einer wohlhabenden Dame, die viel Geld einzahlen will, alles geklaut werden soll. Täter wird geschnappt und verhaftet. Das Freilichtmuseum ist kostenlos, wird teilweise bewohnt und es sind einige Schausteller vor Ort. Wir sind begeistert. Dritter Schloss-Anlauf: kurz vor Nörrköping „Lövstads Slott“. Es hat zwar noch geöffnet und wir können in einigen Räumen im EG eine Ahnung bekommen wie toll es aussieht. Der Großteil ist jedoch nur mit Führung zugänglich und die haben wir leider verpasst (1h zu spät). In Nörrköping erkunden wir schließlich zu Fuß das wirklich gut erhaltene alte Industriegebiet in einem Rundweg am Fluss entlang samt einigen Staustufen-Wasserfällen. Anschließend gibt’s Pfannkuchen und wir erkunden die Felsritzungen (nachgemalt) nahe der Stadt. Wir beschließen noch ein Stück Richtung Stockholm zu fahren, biegen ca. 100km vor Stockholm von der Autobahn ab und fahren ins Landesinnere. Dort suchen wir uns einen ruhigen Stellplatz beim Grabhügel „Uppsa-kulle“ und fallen todmüde ins Bett.


Di 05.08.2014

Der Wecker weckt uns wieder um 7 Uhr. Wir essen und erkunden danach den Grabhügel (sehr groß). Anschließend weiter Richtung Stockholm abseits der Autobahn sehen wir noch einige Runensteine (Aspa löt) und eine sehr mittelalterlich wirkende kleine Kirche (Spelvik). Ca. 10km vor Stockholm finden wir einen Campingplatz (Bredäng) und nach einem schnellen Mittags-Vesper mit Platzregen marschieren wir trocken die 700m zur U-Bahn, wo es gleich nochmals schüttet. Angekommen in Stockholm Zentrum haben wir echte Probleme aus dem Bahnhof zu finden. Wir finden einfach nicht ans Tageslicht. Erst nachdem wir nachgefragt haben können wir dem Bahnhof entkommen und kämpfen uns zur Touri-Info. Wir entscheiden uns gegen die Stockholm-Card, da wir bereits einen 72h Fahrschein für die Stadt haben und sich die Karte nur mit Eintritten erst nach vielen Museen lohnt. Etwas genervt machen wir uns auf den Weg zum Königsschloss, erstehen Eintrittskarten und besuchen die Ausstellung „Drei Kronen“ zu dem vorherigen Schlossbau, welcher jedoch abbrannte. Nach einem kleinen Zwischensnack für Valentin wagen wir uns um 15 Uhr zur deutschen Führung durch die königlichen Gemächer. Franziska beschließt nach ca. 15min mit Valentin die Führung zu verlassen, da dieser dank der schwülen Hitze und totaler Übermüdung nur quengelt. Valentin schläft im KiWa und ist schon wieder fit, als Michèl ca. 1h später aus den königlichen Gemächern kommt. Zu Fuß erkunden wir „Gamla stan“ – die Altstadt von Stockholm – sehr gut erhalten ca. 5-6 stöckige Bauten, prunkvoll verziert, enge Kopfsteinpflaster Straßen und Gassen. Danach nehmen wir die Fähre zu einer benachbarten Insel „Djurgården“ um durch den Park „Skansen“ zu spazieren. Dieser stellt sich leider als total überlaufene Touri-Attraktion und teurem Freilichtmuseum heraus. Wir beschließen mit der Tram und danach mit der U-Bahn den Heimweg anzutreten. Dort angekommen kann Valentin sich nochmal so richtig austoben (das mit dem frei Aufstehen und loslaufen klappt immer besser). Gestärkt mit Spaghetti Bolognese und eine Dusche später geht’s dann ins Bett.

Mi. 06.08.2014

Der Wecker steht jetzt immer auf 7. Nach dem Frühstück machen wir uns gleich wieder mit der U-Bahn auf nach Stockholm-Gamla stan steigen wir aus und machen nochmals die Altstadt unsicher bis dann um 11 die deutsche Führung durch die Schatzkammer beginnt. Hier bestaunen wir die vielen kunstvollen Krönungsgegenstände von den Kronen über die Reichsäpfel und Schwerter bis zu Zeptern und Umhängen. All diese Regalien gehören dem Staat, da ein Königssohn einmal Anspruch auf zwei Reiche hatte und befürchtet wurde, dass die Regalien mitgenommen werden könnten.  Ein Reichsapfel hat eine Weltkarte eingraviert (versehentlich Spiegelverkehrt, nur die Ländernamen wieder in richtiger Anordnung). Heute wird nicht mehr gekrönt, die Krönungszeremonie (sehr teuer) wurde in Zeiten der Unruhe, Arbeiterbewegung und großer Armut vermutlich als Zeichen abgeschafft. Nach der Führung noch ein kleiner Mittagssnack und wir nehmen die Fähre zur Nachbarinsel „Djurgården“ um uns das Vasa-Museum anzuschauen. Die superlange Schlange vor der Kasse schreckt uns jedoch ab, weswegen wir das Vasa-Museum auf morgen früh möglichst zur Öffnung um 8.30 Uhr verlegen. Anstelle dessen möchte Franzi sich nochmals die Führung durch die königlichen Gemächer anschauen. Davor sehen wir noch den großen Wachwechsel mit berittener Kapelle und berittenen Soldaten. Wir dürfen nochmals in die königlichen Gemächer und Valentin halt dieses Mal recht gut durch leider ist die Führerin nicht so toll wie die tags zuvor. Allein auf dem Weg durch die restlichen Räumlichkeiten treffen wir die Führerin von gestern und reden mit ihr noch einige Zeit. Nach Schließung umrunden wir noch das Schloss, wollen noch ein Hop on Hop Off-Ticket aber nach 17.00 Uhr fährt er Bus nur noch seltener und wir wissen nicht, wie lange warten und entschließen nach kurzem Fußmarsch den Heimweg anzutreten. Dort spielt Valentin im Sand, dann gibt`s Tortellini mit Schinken-Sahne-Soße und anschließend darf er noch kurz mit Wasser spielen, bevor wir ihn dann säubern. Todmüde schläft er schon fast beim Anziehen des Schlafis ein. Michèl geht noch auf Cachesuche, duscht und schaut zum Strand während Franzi das Tagebuch auf den aktuellen Stand bringt.

Do. 07.08.2014

Der Tag beginnt schon in der Nacht. Von lautem Getrommel auf dem Dach aufgeschreckt schließen wir die Fenster und Dachluken. Der Starkregen lässt uns keine andere Wahl. Um kurz vor 7.00 versuchen wir das free WiFi nach der Wettervorhersage zu fragen. Die Antwort gibt es aber erst gegen 7.30; Regen bis zum Mittag. Na gut darauf kann man sich einstellen auch wenn es keinen Spaß macht. Beim Blick in das Fahrerhaus dann der Katastrophe, es tropft vom Dach auf die elektrischen Schalter. Schnell ne Mülltüte und Freddies Sandspielzeug um noch schlimmeres zu vermeiden. Zum Zähneputzen nehmen wir die 50 m auf dem Campingplatz das Auto und noch mal 30 m weiter zum Spülen. Klingt spießig, es gießt aber wirklich schrecklich und außerdem liegt es auf dem Weg zum Check Out. Check Out, Wagen parken, Regenkleidung und dann in die Fluten mit Valentin auf dem Bauch. Unser Ziel: Vasa-Museeum. 8.30 ist zwar schon eine Stunde durch aber wir kommen gleich zur Kasse (www.vasamuseet.se/audioguide). Das prachtvolle Kriegsschiff Vasa, der Stolz der Flotte  hat es nur ca. 1 km weit von der Werft weg geschafft, dann ist sie gesunken. Wasser drang durch die Kanonenlucken ein. Das Schiff lag dann ca. 300 Jahre im Hafen von Stockholm, keiner wusste so genau wo bis es dann in der modernen Zeit geborgen und konserviert worden ist. Nach dem Besuch im Museum führt der Weg zurück zum WoMo, mit kurzem Zwischenstopp zum Pizza fassen. Die große Fahrt führt durch den ersten Stau in Schweden nach Uppsala. Auf den teuersten Parkplatz ever (16 Kronen/ 30 min) stehen wir nur kurz um den Dom anzuschauen. Dort wird zur Zeit die älteste Krone Schwedens ausgestellt von ca. 1000 A.D.. Der Dom ist die schönste bemalte Kirche die wir bisher gesehen haben. Sonst erkennt man immer nur Fragmente an den Seiten der Schiffe, hier ist alles noch sehr gut zu sehen. Auf der Suche nach einem erschwinglichen Parkplatz irren wir vorbei an der Universität und dem botanischen Garten, beide wollen wir noch besuchen aber morgen erst. Gamla Uppsala, Hügelgräber und ein Gräberfeld ca. 4 km außerhalb der Stadt schauen wir aber noch an. Noch schnell was Einkaufen und einen Platz für die Nacht finden. Neben Lena Kyrka schlagen wir die Zelte auf.

Fr. 08.08.2014

Nach dem Frühstück und spielen auf der Wiese und im Sand fahren wir zurück nach Uppsala. Die Stadt, ein Schachbrett und fast nirgends darf oder können wir parken. Bei der Uni und dem botanischen Garten werden wir fündig, naja für 10 Kronen die Stunde. Zuerst schlendern wir durch den Barockgarten wo gerade eine Bühne für ein Konzert aufgebaut wird. Das Hauptgebäude der Uni ist ziemlich imposant. So viel Marmor und gestaltet, alte hohe Decken für einen Ort an dem gelehrt wird. Der große Hörsaal fast 1800 Leute und ist ebenfalls ausgeschmückt als würde der König hier täglich erscheinen. Der Weg zurück führt uns noch durch die Hauptbibliothek mit teils moderner, teils alter Einrichtung. Franzi fallen im Regal sofort die deutschen Bücher auf (Wörterbuch des dt. Aberglaubens). In und um das Tropenhaus ist es wesentlich schöner gestaltet als heute Morgen im Barockgarten. Mehr als eine Stunde schlendern wir umher. Nach einem kleinen Mittagessen geht die Fahrt weiter Richtung Norwegen (Trondheim). Kurz vor Sundsvall halten wir ganz idyllisch zum Abendessen. Die Fahrt führt uns dann noch bis kurz vor Östersund.

Sa. 09.08.2014

Das Frühstück gibt es heute an einem Fluss der direkt beim Parkplatz ist, dort sind Bänke und Tische so dass wir nur das kleine Programm (Frühstück) auspacken müssen. Für das Jamtli Freilichtmuseum ist es noch etwas zu früh. Darum fahren wir die Touriinfo an, nach einem Stadtplan und anderen Dingen zu fragen. Hier gibt es wie sooft WiFi für umsonst. Also noch mal ein Lebenszeichen senden. Opa Franz hat heute Geburtstag, ein kurzer Anruf zum Gratulieren und erstaunen, dass wir noch immer unterwegs sind. Jamtli hat zwischenzeitlich geöffnet. Der Preis ist mit 250 Kronen nicht ohne. Dafür wird einem auch einiges geboten. Von 1600 bis hin zu 1970 sind die Häuser zu bestaunen. Und jedes scheint ein lebendiges Museum zu sein. Überall Leute in der entsprechenden Zeit gekleidet. Auch sind sie voll in ihrer Rolle aufgegangen. Fragen werden aus der Perspektive der Zeit beleuchtet und beantwortet. In den Kaminen brennt Feuer, es steht Essen auf dem Herd und fast überall wird einem ohne zu fragen etwas davon angeboten. Die einfache Küche schmeckt durchaus und gibt Denkanstöße für Lagerfeuer oder Hüttenwochenendenden. (Fladenbrot: 2 Teile Roggen-, 1 Teil Weizenmehl, Wasser, wenig Salz, nach Geschmack Kümmel oder Fenchel, auf einer Eisenplatte am Feuer oft wenden) (Mehl, Wasser, gepökeltes vom Schwein in Fett in einer Pfanne ausbacken). Schade das Valentin noch so klein ist. Auch kleine und große Kinder kommen voll auf ihre Kosten; etwa beim Flößen oder mit der Wasserkanone. Erst gegen späten Nachmittag haben wir genug. Gegessen wird heute Abend außerhalb. Im sehr exklusiven Innefickan mit in Orange eingelegtem Lachs und Carpaccio auf asiatische Art. Zum Hauptgang gibt es Lamm und Kalb ebenfalls super lecker und auf ungewöhnliche Art und Weise. Den Tag in Östersund beschließen wir mit dem Besuch des nördlichsten Runensteins Schwedens. Dann geht die Irrfahrt nach Trondheim los. Auf der Strecke drehen wir noch mal um fahren doch etwas anders nach Norwegen. Immer noch in Schweden, mitten in der Nacht fahren wir einen Campingplatz an. Erfreut und Erstaunt dass wir noch einchecken können nehmen wir auch den teuren Platz in Kauf. Kaum auf dem Stellplatz angekommen ertönt Country-Musik mit super viel Bass. Die Rezeption erzählt dann auf Nachfrage vom Festival das bis um 2 in der Nacht spielt. 3 Stunden wollen wir das nicht mit machen. Darum sofort wieder weg. Die Dame kann das nachvollziehen und das Geld gibt es anstandslos zurück. Übernachtet wird deshalb 20 km weiter in Hedeviken. Kleiner ruhiger Campingplatz mit See und Stand, gefällt gleich viel besser!

So 10.08.2014

Noch vor dem Frühstück genießen wir eine ausgiebige Dusche. Danach machen wir uns auf den Weg Richtung Røros. Gegen 11.30 Uhr kommen wir an der Olavs- Grube an, welche wir dann auch mit einer englischen Führung besichtigen. Es geht ca. 50 m tief ca. 500 m weit in das Tunnelsystem, welches den Berg durchlöchert wie Schweizer Käse. Es hat ganzjährig nur 4 °C dort unten – gut, dass wir uns warm eingepackt haben. In Røros selbst (sprich mit rollendem „r“ [rrrörrus]) besichtigen wir zunächst das dazugehörige Bergbau-Museum, wo das Kupfer in mehreren Schritten aus dem Gestein gewonnen wurde. Sowohl beim Gewinnen des Gesteins aus der Mine als auch beim Schmelzprozess wurde sehr viel Holz benötigt, was die Gegend in die wahrste Tundra verwandelt hat. Neben der Schmelze (in welcher sich heute das Museum befindet) türmen sich die Schlacke-Halden, welche es sogar auf die Liste der UNESCO-Weltkulturerben geschafft haben. Das Dorf selbst besteht weitgehend noch aus den alten Holzhäusern und wirkt sehr malerisch – auch wenn wir durch den immer noch anwesenden Schwefel-Geruch schnell trockene und brennende Augen bekommen. Die Fahrt führt uns weiter Richtung Trondheim. Gegen 6 unterbrechen wir an einer Raststätte, kochen uns Kartoffeln, Karotten und „die dicken Würste“ (salzig-rauchig). Wir packen Valentin danach gleich in den Schlafanzug und fahren weiter bis ca. 30 km vor Trondheim wo wir am Fluss ein schönes, einsames Nachtquartier finden.