Mo.18.08.2014

Etwas nördlich von Oanes geht es am nächsten Morgen weiter. Zunächst nehmen wir die Fähre über den Høgsfjorden und anschließend weiter bis Sandness – dort soll es ein Schwimmbad geben. Und da es heute komplett regnen soll, scheint uns das eine Erholung nach 2 Wandertagen. In der Touri-Info wird uns erklärt, es gebe zwar ein Schwimmbad, dieses sei jedoch von den Schulen genutzt und deswegen nur von 16-18 Uhr öffentlich nutzbar (oder 6-8). Das war wohl nichts – also beschließen wir weiter an der Küste entlang zu fahren. Wenige Kilometer weiter machen wir in Orre halt – langer Sandstand hinter Dünen. Der angekündigte Regen lässt noch auf sich warten und so spazieren wir zunächst ein Stück am Stand entlang – teilweise schaut sogar die Sonne raus. Darum holen wir noch die Standmatte und ein paar Sandspielsachen und genießen die Zeit am Stand. Plötzlich schieben sich dunkle Wolken über uns. Wir packen schnell zusammen und schauen, dass wir zum Auto kommen. Wir sind gerad drin, als es bereits anfängt zu regnen. Vor der Weiterfahrt vespern wir noch und mit schlafendem Valentin geht`s dann weiter. Wir überlegen kurz ob wir in Naerbø in den „Vitengarten“ den Wissenschaftshof gehen sollen, entscheiden uns aber dagegen. So machen wir erst wieder in Haug i Dalane halt und schaffen es tatsächlich den über 70 t schweren Rugge-Stein zu bewegen! Einen kleinen Foto-Stopp legen wir ebenfalls noch in Hellern am Jøssigfjord ein. Wo zwei kleine Häuser direkt unter einem Felsvorsprung gebaut sind. Den Härtetest für unser Gefährt lassen wir auch links liegen – wir sind uns nicht sicher, ob es die 25% Steigung auf den Trondåsen bewältigen würde. Ca. 7 km von Flekkefjord finden wir ein schönen Platz mit Sicht auf einen See, wo wir uns noch mit Tortellini stärken und wenig später auch schon ins Bett gehen. Davor Haare wachen und Katzenwäsche im WoMo!)

Di. 19.08.2014

Michèl genießt die Aussicht auf den See schon vom Bett aus – und muss es gleich fotografisch festhalten. In Fleckkefjord wollen wir uns die 8-eckige Kirche und das weiß getünchte „Holländer-Viertel“ anschauen. In der Touri-Info erfahren wir, dass die Kirche leider seit gestern nicht mehr tagsüber geöffnet ist, da die Sommerferien in Norwegen jetzt aus sind und somit nicht mehr Saison ist. Wir schlendern noch einige Zeit durch das Holländerviertel und unser nächstes Ziel heißt Farsand – eine „Safari zu den Elchen“ wird in einem unserer Bücher gelockt. Die dortige Touri-Info erklärt uns aber, dass das nicht hier sondern ganze 1,5 h Fahrt weit ins Landesinnere sei – das war also auch nichts. Die Überlegung heute in ein Erlebnisbad zu gehen wird anhand des überraschend guten Wetters verworfen. Auf dem Weg zum Leuchtturm und dem gleichzeitig südlichsten Punkt des norwegischen Festlandes kommen wir in Lyngdal jedoch direkt am Bad vorbei – hat auch zu ausgesehen. In Lindesnes am Leuchtturm angekommen überrascht uns der starke Wind – wir kleiden uns winddicht und kämpfen uns zum Leuchtturm vor (70 NOK p.P.) Wenn man sich von oben die Wellen anschaut, sind sie gar nicht so spektakulär, wie man das bei dem Wind erwarten würde. Ein Film, den wir uns dort ansehen zeigt auch wie viel stärker der Wind hier noch sein kann. Vor Ort gibt es erstaunlicherweise auch öffentliches Internet und wir lesen mal wieder unserer Mails. Anschließend führt uns unsere Reise weiter bis Mandal, wo wir zunächst eine Weile am Stand verbringen und Valentin mal wieder ordentlich toben kann bzw. matschen. Zurück im Zentrum überqueren wir zu Fuß die sehr futuristische Brücke zur Touri-Info um uns dort den Weg und die Öffnungszeiten zur größten Holzkirche Norwegens sagen zu lassen. Wir haben erneut Pech – auch diese Kirche hat außerhalb der Saison nicht geöffnet – wir fahren trotzdem hin, haben aber kein Glück. So fahren wir weiter bis Farestad – einem weiteren südlichen Landzipfel und finden wieder einen Standplatz am Wasser gelegen. Unsere Vorräte etwas ärmer und wir um ein paar Pfannkuchen mit Apfelmus, Frischkäse und Honig/Nutella satter gehen wir mit vollen Bäuchen ins Bett (etwas schief heute).

Mi. 20.08.2014

Das Navi sagt wir seien 30 Minuten von Kristiansand entfernt. Gefahren sind wir dann 2 h (OK Fotostopps waren auch dabei). Immer an der Küste entlang. Kleine Buchten mit Häfen für eine Handvoll kleiner Schiffe, 3 oder 4 Häuser daneben. Dann wieder Serpentinen um einen Hügel zu erklimmen. Tolle Aussicht zur nächsten Bucht. So ging die Zeit schnell vorbei. Das Schachbrettgewirr mit seinen Einbahnstraßen in Kristiansand meistern, zuerst zur Info. Ein Dreimaster im Hafen lockt uns. Was machen denn die Beiden an dem Anker an Land rum? Das müssen Cacher sein. Cache gefunden und weiter geht es auf die Naherholungshalbinsel mit Wäldchen, verschlungenen Pfaden und versteckten Badebuchten keine 10 Minuten zu Fuß vom Zentrum entfernt. Zurück Richtung Auto schlendern wir durch die noch erhaltenen Holzhausviertel. Da verspricht der Reiseführer aber mehr als zu sehen ist. Genau wie heute Morgen geht die Fahrt dann weiter nach Lillesand. (Das wären tolle Moped- Strecken!) Ein Feuer hat hier wohl nicht gewütet. Man sieht es den alten Fassaden an. Die Böden in den Häusern müssen ebenso schief und krumm sein. Noch schnell Reis mit Fertigsoße damit Valentin etwas bekommt und super ein freies WiFi. Postkarten schreiben, jetzt müssen wir erst mal wieder Neue kaufen. Das Nachtlager errichten wir heute auf einer Landzunge vor Grimstad.

Do. 21.08.2014

Arendal ist heute unser erstes Ziel. Hier wollen wir uns gerne das Aust-Agder-Museum anschauen. Dieses hat leider wegen Umbaumaßnahmen geschlossen, darum geht die Reise auf der Küstenstraße direkt weiter bis Tvedestrand, dessen Holzhausbebauung zu den bestbewahrten des Landes zählt. Wir entdecken komplett in den Hängen gelegen wirklich zahlreiche größere und kleinere hübsche Holzhäuser. Bergauf und bergab suchen wir das „Bügeleisen“, ein sich in eine Weggabelung zwängendes Haus. Erst die Postbotin kann uns den erklären. Anschließend geht die Reise weiter nach Risør, laut Reiseführer einer der schönsten Städte Südnorwegens. Dort schlendern wir ebenfalls bergauf und -ab durch die unbedingt zu besichtigende „Hellig Ånds-Kriche“ hat natürlich wg. Ende der Sommerferien ebenfalls nicht mehr auf und so beschließen wir, nach einem Mittagssnack direkt weiter ins Landesinnere zu Stabkirche Heddal zu fahren. Wir kämpfen uns durch den Verkehr in Porsgrum-Skien, um die halbe Strecke wieder zurück zu fahren, da der weitere Weg mit 2,60 m angegeben ist und wir mit 2,63 m kein Risiko eingehen wollen. Während der Öffnungszeit heute noch in Heddal anzukommen schaffen wir nicht, weswegen wir einige km vor Notodden einen Campingplatz- Schild hinterherfahren und auf einem schönen Campingplatz an einem See landen. Wir kochen uns zunächst Kohlrouladen mit Nudeln und erkunden anschließend mit Valentin den Spielplatz. Dieser fällt später todmüde ins Bett.

Fr. 22.08.2014

Am nächsten Morgen geht die Spielerei auf dem Spielplatz gleich nach dem Frühstück und Dusche für alle weiter bis Papa das Auto auf Vordermann gebracht hat (Wasser, Abwasser, Toilette, Auschecken). Dann geht die Reise einen vergeblich gesuchten und einen gefundenen Cache weiter nach Heddal. Diese Kirche hat auf, aber das hatten wir am Vortag auch telefonisch abgeklärt. Zunächst wird sie von fast allen Seiten von außen fotografiert, bevor wir Tickets erstehen und sie uns auch noch von innen anschauen. Die Fahrt führt uns wieder in die Zivilisation. In Oslo stellen wir das WoMo ab und fahren mit dem Vorstadtzug eine Station bis zum Nationaltheater. Von dort aus geht es zu Fuß weiter zur Touri-Info. Dort erstehen wir zwei 48 h Oslo-Cards, diese beinhaltet alle öffentlichen Verkehrsmittel, auch Fähren und diverse Eintritte. Sofort machen wir uns auf den Weg zu den Wikingerbooten auf der Museumshalbinsel. Als wir das Museum verlassen ist es schon wieder so spät, dass alles andere auch geschlossen hat. Der Reiseführer schickt uns in den Telthusbakken, eine Straße die das alte Oslo zeigen soll. Und tatsächlich kleine Holzhäuser, die sich an den Hang schmiegen. Von dort aus sieht man auch das Getreidesilo das man zu einem Studentenwohnheim umgebaut hat. Schon auf dem Weg hierher ist Franzi ein kleines indisches Restaurant aufgefallen. Preise stehen leider nicht dran aber das Internet kann uns sicher weiter helfen. Vorbei an der Domkirche nehmen wir den Zug von Hauptbahnhof zurück zum WoMo.


Sa. 23.08.2014

Franzi hat heute Geburtstag. Das Frühstück wird deshalb durch eine Kerze ergänzt. Die großen Pläne haben wir bis tief in die Nacht geschmiedet. Darum geht es auch gleich wieder mit dem Zug in die Innenstadt. Zuerst wollen wir einer Führung durch das Parlament beiwohnen. Nach den Sommerferien nur noch Samstags; welch ein Glück, denken wir. Wir warten vergeblich – die Führung fällt nämlich aus. Erst im September wieder. Na gut dann halt zum Akershus Slott als nächstes. Dort werden wir von einem Wachposten darauf aufmerksam gemacht, dass es heute nicht viel zu sehen gibt, es findet ein Kindertag statt und es wird sehr eng werden, aber erst in einer Stunde. Die Zeit wollen wir nutzen. Am Schloss selber dann ein Schild „Heute bezüglich eines offiziellen Anlasses geschlossen“. Toll die nächste Enttäuschen für diesen Tag. Das Schloss können wir nur von außen bestaunen. Durch den Schlossgarten und die Vorbereitungen für das Kinder-Event machen wir uns auf den Weg zum botanischen Garten. Dort erreichen Franzi dann auch die ersten Anrufe zu ihrem Geburtstag. Dem wöchentlichen Orgelkonzert in der Domkirche wollen wir lauschen. Als wir an der Kirche ankommen ist es schon eine halbe Stunde im Gange. Das Internet hat uns da wohl die falsche Uhrzeit mitgeteilt und zu allem Überfluss ist die Tür auch noch zu und wir kommen nicht mehr rein. Schon wieder eine Enttäuschung. Was wollen wir dann noch alles anstellen heute? Das Museumsdorf. Das hat dann wenigsten geöffnet. Auch hier wieder Leute in Trachten wie wir es schon kennen, nur etwas weniger drum herum, der Sommer ist ja vorbei wie wir gelernt haben. Aus ganz Norwegen hat man hier Häuser zusammengetragen und den Regionen entsprechend kleine Gehöfte und Straßenzüge mit den hier wieder aufgebauten Häusern nachempfunden. Selbst eine ganze Stabkirche hat man nach hier her versetzt. Im Kaffee gibt es einen Nachmittagssnack und Kuchen für Franzi. Auf dem Weg zum gestern entdecken indischen Restaurant kommen wir bei der Domkirche vorbei. Auch diesmal bleibt uns der Blick in Innere verwehrt. Schon wieder vorbei mit den Öffnungszeiten. Dann das Bangen – das indische Restaurant ist voll. Mit der Hoffnung, vielleicht einen Platz zu bekommen, warten wir 15 min draußen. Wir haben endlich Glück und bekommen einen Platz. Bei ganz tollen Gerichten klingt der Tag aus.

So.24.08.2014

Heute besuchen wir zuerst das Naturhistorische Museum mit seinen Ausstellungen über die Kultur der Völker in Norwegen von der Steinzeit bis hin zur Moderne. Im Museum geschieht dann auch ein kleines Unglück, die Windel ist ausgelaufen. Tragegestell, Papa und Valentin sind nass. Neue Kleider für Valentin und frische Windeln haben wir dabei. Papa muss sich mit Papierhandtüchern aus der Toilette ausstopfen. Von hier schlendern wir durch die Stadt zum königlichen Schloss und dessen Garten. Die Wachablösung mit Pferden und allem Drum und Dran soll stattfinden. Eine kleine Wachablösung ohne Kapelle und Pferde erleben wir dann im Regenschauer. Der letzte Punkt auf der Oslo-Liste steht nun an. Die Skisprungschanze Holmenkollen. Von der U-Bahn die hier schon seit vielen Stationen keinen Tunnel mehr gesehen hat müssen wir noch ein ganzes Stück den Berg nach oben erklimmen. Mit nur 20 min Wartezeit vor dem Lift der uns nach oben bringt haben wir echt mal Glück. Die Aussicht auf Oslo ist wirklich gigantisch, nur getrübt durch ein paar Regenschauer im Hintergrund. Ein paar Fotos und Valentin auf dem Siegertreppchen und schon müssen wir wieder los. Unser Oslo-Ticket läuft demnächst aus. Am Nationaltheater dann der Schock. Unser Ticket ist 2 Minuten vor dem Einsteigen in den Zug abgelaufen. Wir riskieren die Schwarzfahrt. Auch dieses Mal haben wir Glück, keine Kontrolle. So gegen 16.00 Uhr verlassen wir den Stellplatz und nehmen Fahrt Richtung Schweden auf. Über die Autobahn erreichen wir Schweden. Die erste Ausfahrt ist auch gleich unsere, zum Tanken. Beim Versuch einen Platz zum Kochen zu finden, finden wir einen kleinen Hafen an dem Taucher zu Gange sind. Franzi will hier aber nicht stehen bleiben. Ein Schild schreibt was von Parkgebühren. Deshalb geht es zurück Richtung Autobahn. Bevor wir diese erreichen halten wir noch mal und kochen Tortellini. Valentin wird in den Schlafanzug gepackt und wir nehmen wieder Fahrt auf Richtung Süden. Vorbei an Göteborg halten wir kurz vor Varberg. Den letzten erhaltenen Langwellensender aus dem vorletzten Jahrhundert wollen wir uns noch anschauen.